Putin und die Geschichtsbücher

Vladimir Putin wird am Sonntag wieder zum Präsidenten Russlands gewählt. Er hat die Chance in die Geschichtsbücher einzugehen.

 

Seit 18 Jahren ist Vladimir Putin, der frühere KGB-Mann und spätere FSB-Chef, in Russland an der Macht. Er übt diese Herrschaft im Stile eines Groß-Khans aus, der nicht nur an der Spitze der politischen, sondern auch der wirtschaftlichen Macht-Pyramide steht. Er gilt heute als einer der reichsten Männer der Welt. Rund um ihn wurde ein Personenkult aufgebaut, der so typisch für ein Khanat ist, dessen Herrschaftsform nach dem Untergang der „Goldenen Horde“ (Mongolen-Herrschaft) sowohl das russische Zarenreich als auch das kommunistische Sowjetreich charakterisiert hat, und tief in der russischen Seele verankert ist.  

Mancher Beobachter hat schon damit spekuliert, dass Putin amtsmüde sei, seinen Reichtum ohne weitere Verpflichtungen genießen möchte, und deshalb auf eine neuerliche Kandidatur verzichten würde. Aber Faktum ist, er kandidiert wieder, und alles andere als seine Wiederwahl am Sonntag ist unwahrscheinlich, wenn nicht sogar in der gegebenen Lage Russlands unmöglich.  

Mit seiner Wiederwahl hat Putin jedenfalls die große Chance, in die Geschichtsbücher einzugehen. Syrien und die Neuordnung des Nahen Osten liefern dafür den Hintergrund. Über Jahrzehnte waren die USA die Ordnungsmacht in der Region, nachdem das Osmanische Reich Ende des Ersten und die europäische Kolonialherrschaft Ende des Zweiten Weltkrieges zusammengebrochen waren. Die Sowjetunion versuchte mit den Amerikanern gleichzuziehen, aber auch sie brach zusammen.  

Mit dem Krieg in Syrien kam Moskau zurück ins Spiel. Die USA unterstützten (und tun es noch immer) die unterschiedlichsten Gruppierungen, von denen man die meisten freundlich als Räuberbanden bezeichnen kann. Russland setzte klar auf Assad und bombte nieder was nicht ins Konzept passte. Damit wurden Fakten geschaffen, die Moskau stärker machten. Washington nahm sich mit der Twitter-Politik von Donald Trump immer mehr selbst aus dem Spiel. Damit verschwindet die Einflussmöglichkeit der USA. Über die zukünftige Friedensordnung wird Moskau gemeinsam mit den beiden Regionalmächten Türkei und Iran entscheiden. Und Vladimir Putin hat damit die Chance, als der Präsident Russlands in die Geschichte einzugehen, der der einzigen Weltmacht USA die Grenzen gezeigt hat.  

 

Der Artikel erscheint auch auf der Seite der Paneuropabewegung Österreich.

 

Veröffentlicht am 16. März 2018.

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