Sanct Georgs-Orden

Der österreichische St. Georgs-Orden wurde durch Kaiser Friedrich III. aus dem Hause Habsburg und Papst Paul II. am 1. Januar 1469 in der Lateranbasilika zu Rom durch die Investitur des ersten Hochmeisters, Johann Siebenhirter, gegründet. Hauptaufgabe des Ordens war der Kampf gegen die Türken, welche auch die habsburgischen Erbländer Kärnten, Krain und Steiermark bedrohten. 

Im Nachfolger Kaiser Maximilian I. erstand dem Orden ein besonderer Förderer. Diese Verbundenheit hängt auch mit der besonderen Verehrung des Heiligen Georg zusammen, dessen Namen Maximilian I. eigentlich tragen sollte und der Maximilian zeitlebens begleitenden Idee, die Türkengefahr zu bannen. Am 15. November 1494 richtete Maximilian I. einen Appell an alle christlichen Könige und Fürsten sowie an die gesamte Christenheit, der Bruderschaft beizutreten und einen vom Kaiser für das darauffolgende Jahr geplanten Türkenfeldzug zu unterstützen, ohne jedoch viel Interesse zu finden. Den Rittern, die an diesem Feldzug teilnehmen würden, verlieh er das Privileg, in ihrem Wappen eine Krone zu führen und schuf damit den Stand der "gekrönten Ritter".

Kaiserin Maria Theresia soll 1765 eine neue Ordenssatzung erlassen haben. Über die weitere Entwicklung des offenbar weit zerstreuten Ordens liegt wenig Information vor. Eine Sonderstellung nimmt die Erwähnung der Georgsritter im Österreichischen Ordenshandbuch von Roman von Procházka ein: "anknüpfende Neugründung einer Rittergesellschaft im 18. Jahrhundert, die in Wien und dann bis 1838 in Bayern, seither in Rom ihren Sitz hat [...].“ Das Priorat in Österreich ist 1848 von Kaiser Franz Josef I. und 1917 von Kaiser Karl I. bestätigt worden.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand im Zuge der politischen Umwälzungen infolge der Absetzung der Habsburger eine völlig neue Situation in allen Ordenszweigen. Der Rektor des Collegio Teutonico di Santa Maria dell'Anima zu Rom, provisorischer geistlicher Prior des St. Georgs-Ritterordens, erarbeitete ein zehnseitiges Promemoria über die historische Entwicklung sowie den aktuellen Status des Ordens, unter besonderer Berücksichtigung der neuen politischen Situation. Darin nimmt er unter anderem Bezug auf die generelle Bedeutung der Habsburger für den Orden sowie die Bestätigung des Ordens 1917 durch Kaiser Karl I. für die Zukunft als rein weltlicher Ritterorden.

Weiters wird angeführt, dass sich Karl I. die Verfügung über verschiedene Ritterorden, wie des Goldenen Vlieses, aber auch des Georgs-Ritterordens vorbehielt.

Zwischen 1919 und 1920 wurden die Ordensstrukturen durch vom Kaiser approbierte Personen modernisiert. Aufgrund der Situation des Exils der kaiserlichen Familie ging die Führung des Ordens damals auf S.D. Johannes Prinz v.u.z. Liechtenstein über, wenngleich der Titel des Protektors, nach dem Tod des letzten Kaisers in der dynastischen Sukzession auf Kronprinz Otto und später auf Erzherzog Karl überging.

Am 7. Februar 1926 erließ ein verfassungskonformer Reorganisationsrat in Hannover ein neues Ordensstatut, wobei der Adel als Aufnahmeerfordernis wegfiel und der Orden den Namen "Alter St. Georg-Ritterorden, auch Orden der vier römischen Kaiser genannt" erhielt. Der Orden bekannte sich zu der Erkenntnis, dass die Einheit der mitteleuropäischen Nationen jahrhundertelang durch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und Österreich bzw. dem Haus Habsburg-Lothringen als Zentrum, garantiert wurde. Dieser Zusammenhalt wurde durch die unheilvollen Entwicklungen der Jahre 1806, 1866 und 1919 zerstört. Die Idee aber lebte und lebt weiter.

Im Jahr 1935, in Österreich 1938, wurde der Orden von den Nationalsozialisten aufgehoben. Diese Aufhebung wurde durch den Reorganisations-Konvent vom 18. Jänner 2008 unter maßgeblicher Mitwirkung des Ordensprotektors Kronprinz Otto, seines Sohnes Erzherzog Karl, Prinz Vinzenz v.u.z. Liechtenstein, und des ersten Kanzlers nach der Reorganisation, Dr. Norbert Freiherr von Handel, formal rückgängig gemacht.

Am Ordenskonvent vom 30. April 2011 im Münster zu Neuberg a.d. Mürz wurde schließlich nach Proklamation durch den Großmeister S.k.k.H. Erzherzog Karl der "St. Georgs-Orden - Ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen" als Orden des Erzhauses bestätigt, dem bereits am 24. April 2010 eine neue Verfassung vom Chef des Hauses Habsburg-Lothringen gegeben worden war. Durch die Übernahme der Funktion des Großmeisters durch S.k.k.H. Erzherzog Karl setzt nun der Orden unter dem geänderten Namen "St. Georgs-Orden - Ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen" seine jahrhundertelange Tätigkeit fort.

Der Orden ist überparteilich, christlich, wirtschaftsliberal, wertkonservativ, karitativ und der Landesverteidigung verbunden. Sein Ziel ist es, für ein christlich-abendländisches Europa, das in Gefahr gerät seine christlichen und historischen Wurzeln zunehmend mehr zu verlieren, zu kämpfen und die historischen Verbindungen der Länder Mitteleuropas unter der Schirmherrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen zu stärken.

Der Auftrag des Sanct Georgs-Orden

Der St. Georgs-Orden, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Verehrung des Heiligen Georgs als Schutzpatron des Rittertums, die Pflege der Ritterlichkeit und einer ritterlichen Lebensauffassung. Der Orden ist christlich.  Der Orden ist europäisch, er unterstützt den multinationalen alt-österreichischen Staatsgedanken, das verstärkte Erfordernis der Kooperation mit den Staaten Zentral- und Südosteuropas und bekennt sich zu einem geeinten, selbstbewussten Europa. Der Orden ist wertkonservativ, wirtschaftsliberal und bekennt sich zur Umfassenden Landesverteidigung. Der Orden versteht sich als Teil eines wertkonservativ-europaorientierten Netzwerkes und bezieht Stellung zu politischen Themen.

Der Orden ist karitativ und bemüht, das achtfache Elend zu lindern bzw.

zu bekämpfen:

      • Krankheit und Verlassenheit

      • Heimatlosigkeit und Hunger

      • Lieblosigkeit und Schuld

      • Gleichgültigkeit und Unglaube.

www.georgsorden.at

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